Wie funktioniert das mit Au-Pair?

Hast du vielleicht auch schon mal darüber nachgedacht, dir für Kinderbetreuung und leichte Tätigkeiten im Haushalt Unterstützung durch ein Au-Pair zu holen?

Hast den Gedanken aber schnell wieder verworfen, weil …

  • zu teuer,
  • du deine Privatsphäre nicht gestört haben willst,
  • niemand “Fremdes” im Haus wissen willst und
  • überhaupt jede Menge Fragezeichen im Kopf hast?

In welchem Fall solltest du es einfach mal ausprobieren?

Wenn die Zweifel überwiegen, dann solltest du tatsächlich Abstand nehmen.

Denn dann wird jede  Kleinigkeit, die nicht passt zur Bestätigung, dass du es ja gleich gewusst hast. Dass das nichts für dich ist.

Wenn allerdings das Gefühl der Erleichterung größer ist, dass dir zusätzliche ad hoc Unterstützung, für einige Stunden die Woche, unglaublich helfen würde, bzw. dein Modell nur so funktioniert, dann solltest du es einfach mal ausprobieren. Give it a chance!

Bei uns war letzteres der Fall und eine Haushaltshilfe zu teuer. Außerdem gibt es kaum eine Haushaltshilft, die auch mal einspringt, wenn das Kind krank ist oder es abholt oder irgendwohin bringt oder gleichzeitig abends noch als Babysitter fungiert. Die Flexibilität mit einem Au-Pair ist da tatsächlich deutlich größer!

Was sind die Voraussetzungen um ein Au-Pair aufzunehmen?

  • Du hast ein zusätzliches, helles, geräumiges Zimmer, evtl mit eigenem Bad. Somit ist gewährleistet, dass das Au-Pair sich gerne auf dem Zimmer aufhält, zum skypen, lesen etc. und wiederum auch unsere abendliche Familien-Idylle fortbestehen kann.
  • Das Au-Pair kann sich alleine fortbewegen mit öffentl. Anbindungen, Fahrrad, Auto, etc.
  • ein Angebot an Sprachkursen ist vorhanden.
  • Das monatliche Budget für Taschengeld und evtl Sprachkurs, Flug, ist vorhanden, wobei du die Ausgaben, im Rahmen der Möglichkeiten, auch steuerlich geltend machen kannst.

Wie funktioniert das? Wie gehe ich vor?

Der Familienservice, den ich anfragte, vermittelte nur Au-Pairs außerhalb der EU und verwies prompt auf die bestehenden Online-Plattformen. Wir bevorzugten kürzere Wege innerhalb der EU, sollte es doch nicht klappen oder das Au-Pair Heimweh bekommen.

Nachdem wir von 2 bekannten Familien hörten, dass sie über die Plattform www.aupairworld.com erfolgreich waren, wollten wir es dann auch wagen.

Also zahlten wir eine überschaubare monatliche Gebühr, stellten Bilder und unser Familien-Profil ein und gleichzeitig ein Such-Profil, das wir jederzeit anpassen konnten.

Fast täglich gab es dann “Post” von potentiellen Profilen, die passen könnten.

Zugleich fragten einige Au-Pairs direkt bei uns an. Im Laufe von ein paar Wochen wurden unsere Vorstellungen dann immer klarer.

Dein Such-Profil für ein Au-Pair

Im Prinzip das Allerwichtigste: Gleich zu Anfang sich klar darüber zu werden, was man genau möchte. Wer soll da vor einem stehen und die nächsten Monate als Familienmitglied mit im Haus leben? Wohlgemerkt als Familienmitglied und nicht als reine Arbeitskraft!

Was uns wichtig war, nur als Beispiel:

  • wir wollten ein reiferes Au-Pair, der wir die Verantwortung unser Baby und unsere 3-Jährige zu versorgen zutrauten,
  • die aus einer größeren Familie kommt,
  • die schon Erfahrung in der Kinderbetreuung hatte, z.B. durch jüngere Geschwister,
  • die schon etwas Deutsch sprach, um sich mit den Kindern verständigen zu können,
  • die ernsthaft motiviert war die Sprache zu lernen und gerne in Deutschland sein wollte,
  • deren Sprache wir auch mächtig waren um uns, zumindest am Anfang, besser verständigen zu können.

Was sind die Rahmenbedingungen? Was muss ich berücksichtigen?

Wieviele Stunden darf ein Au-Pair “arbeiten”? Welche Versicherungen braucht es? Gibt es ein polizeiliches Führungszeugnis? Referenzen? Wieviel Geld bekommt es? Was ist fair, was unfair?

Das Schöne an www.aupairworld.com ist, dass du aktuelle Antworten auf all die Fragen über Vertragsbedingungen etc. auf dem Portal abrufen kannst!  Selbst den Vertrag kannst du dir runterladen, ein Einladungsschreiben verschicken, u.v.m.

Wie ist es uns gelungen, schlussendlich erfolgreich ein Au-Pair zu finden?

Wir hatten mit einigen Au-Pairs schriftlichen Kontakt, haben viele Dinge abgefragt:

  • warum sie die Erfahrung machen wollen
  • wie gerade ihr Familien-Alltag aussieht
  • was sie sich wünschen, damit es gut funktionieren kann
  • was sie auch im Anschluss machen wollten
  • ob sie in der Zeit Besuch erwarten und wie wir das handeln wollen

Und auch unsere Wünsche dargelegt:

  • dass sie auch im Krankheitsfall einspringen soll
  • was wir uns wünschen, wenn wir selbst im Urlaub sind
  • auf was wir im Umgang mit unseren Kinder wert legen

Erst danach haben wir geskypt um uns zu beschnuppern und zu “sehen” ob es mit uns passen könnte. Und was soll ich sagen? Wir haben über die Plattform 2 wundervolle Au-Pairs aus Spanien mit Ende 20 gefunden, die für je 10 Monate bei uns waren und uns als “große Schwester” sehr, sehr geholfen haben im Alltag über die Runden zu kommen.

In der Au-Pair Checkliste als PDF zum Download, findest du meine 9 besten Tipps zum Umgang mit deinem Au-Pair! Damit es mit dem Mehrwert auch klappt. Verlinkung folgt;)

Es waren wunderbare 2 Jahre, eine Bereicherung für uns alle. Auch für die Kinder, die sie lieben und schätzen gelernt haben. Was, da gibt es auch welche, die anders sprechen? Vielleicht auch etwas anders aussehen, da dunkler? Andere Geschichten erzählen? Andere Lieder singen?

Danke liebe Natalia und Belén für die kostbare Zeit und Eure grandiose Unterstützung!

Wenn du wissen willst, wie unser Familien-Alltag mit Au-Pair aussah, dann freue dich auf die Fortsetzung nächste Woche! Einfach dranbleiben! 🙂

Alles Liebe und gutes Gelingen, deine Birgit

Foto: Barn Images