Ausmisten – Ordnung halten – Wozu?

Kurz nach Weihnachten war es soweit. Wohin mit den ganzen Weihnachtsgeschenken?

“Hilfe, was tun? Kein Platz mehr.”

Kein Platz mehr in den Kinderzimmern, kein Platz mehr im Keller und die Kinder langweilen sich in der zweiten Ferienwoche. Ja, ist das denn möglich?

Ja, das ist möglich! Denn die Kinder wissen ja oft gar nicht mehr welche Schätze sie da eigentlich alles besitzen. Geschweige denn die Eltern. Grmpfh.

Ok, wenn du dann so nachschaust, kannst du dich schwach erinneren, von wem welches Geschenk war. Von welchem Kindergeburtstag oder Weihnachten oder Ostern oder von anderen Familien mit größeren Kindern rüber gereicht oder sonst so zwischendurch.

Was vielleicht auch einfach von der großen zur kleinen Schwester rüber gewandert ist, weil die keine Lust mehr drauf hat.

Wir hatten früher viel viel weniger Spielsachen, Bücher, Klamotten, Malstifte, etc.

Heute gibt es gefühlt 100 verschiedene Stift-Sets , 1000 verschiedene Größen, Farben und Varianten an Mal- und Bastelpapier u.v..m.

Mal ehrlich – das geht uns Erwachsenen ja ähnlich. Da gibt es eine Ablage mit x verschiedenen Dingen. Einen Ordner “Privates” oder “Sonstiges” und kein Mensch weiß mehr, was da eigentlich drin ist. Zum Mäuse melken.

Dazu gibt es andere Ordner, Schubladen, etc. die irgendwann einfach voll sind und überquellen.

Dein eigener Kleiderschrank, der proppe voll ist und du stehst davor und denkst dir, was soll ich bloß anziehen? Was passt mir davon noch? Was passt zueinander? Was ist überhaupt noch in oder völlig old-fashioned?

Als ich z.B. den Job radikal änderte und die Hosenanzüge und Kostüme erst mal keine Verwendung mehr fanden, wollte ich ja trotzdem die teuren Dinger nicht einfach weghauen. Oder sollte ich mich einfach davon verabschieden? Loslassen?

Was ist daran eigentlich so schwer “einfach auszumisten”?


Na ja, schwer ist es nicht gerade, wirst du jetzt vielleicht sagen.

Aber Lust habe ich auch nicht gerade darauf.

Es gibt ja weiß Gott schönere und angenehmere Dinge als das. Zudem ist es ja, gefühlt zumindest, ein riesen Berg und ein Fass ohne Boden.

Fragst du dich auch manchmal: “Werde ich jemals damit fertig?”

Angenommen alles hat seinen Platz im Haus gefunden und du bist so diszipliniert, dass beim nächsten “Wareneingang” auch ein “Warenausgang” in der ähnlichen Dimension erfolgt, müsste es doch eigentlich funktionieren, oder nicht?

Ist das realistisch? Wohl eher nicht.

Zudem versagt die “Wareneingangskontrolle” spätestens mit unseren Kindern.:)

Deshalb empfiehlt es sich nach dem “Groß-Ausmisten” tatsächlich einmal wöchentlich durchzugehen und eine bestimmte Anzahl von Dingen zu entsorgen. Wieviele sollten das sein? 5 – 10 – 20? Antwort: Soviel als möglich. Soviel wie nötig.

Zurück zur Frage, was es schwer macht. Es ist vielmehr oft das Gefühl das mit dem Thema einhergeht, wenn du dir vorstellst:

  • mit einem riesigen Berg konfrontiert zu sein
  • eine Aufgabe zu erledigen, die erst mal wenig Spaß macht
  • dass dir diese Aufgabe niemand abnehmen kann
  • dich entscheiden zu müssen, was kann weg, was kann bleiben
  • deine eh schon knappe Zeit für diese Aufgabe zu verwenden
  • etwas zu tun mit dem du niemals fertig wirst bzw. die immer wieder auf dich zukommt

Ist es dabei nicht ähnlich wie mit dem Bügel- und dem Wäscheberg?

Was macht es sonst noch schwer: “Vielleicht kann ich das ja irgendwann nochmal brauchen?”

Bei Bekleidung, sollte dann nach Geburt oder Weihnachten;) ein paar Kilos dazwischen liegen, sagst du dir bestimmt auch: “Ich könnte da ja irgendwann wieder reinpassen?!”

Kleiner Exkurs: Bei mir lagen zwischen Gewicht “nach Geburt” und der üblichen Schwankung nach Festivitäten WELTEN dazwischen.

Irgendwie bildete ich mir ein, dass die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, schwupps, dann mit der Geburt wieder weg wäre. Hormone?

Vom Stillen habe ich mir dann weitere Gewichtsreduktion erhofft und wurde maßlos enttäuscht.;) Oder hätte ich mir vielleicht die Tafel Trost-Schokolade am Tag sparen sollen?

Wobei ich dran blieb und tapfer stillte, was bei mir, zumindest bei der ersten Tochter, ein Krampf war. Und dabei sollten doch die Kilos angeblich einfach so purzeln? Ok, das ist dann eine andere Geschichte. :)))

Zurück zum Aufbewahren und Ausmisten.

Woher kommt der Klammereffekt eigentlich? Warum tun sich manche schwerer, manche leichter?

Nach dem Psychologen Prof. Dr. Steven Reiss gibt es 16 grundlegende Lebensmotive, die deine komplette Motiv-, Antriebs- und Wertestruktur ausmachen und sich im Laufe des Lebens nicht wirklich verändern.

Beim Reiss Profile als Persönlichkeitstest und Potenzialanalyse, gibt es u.a. auch ein Ordnungs- und ein Sparen-/Sammeln-Motiv. 🙂

Mit anderen Worten, ist es bereits mit Eintritt ins Erwachsenenalter festgelegt, welche Ausprägung du in dir trägst. Ob du grundsätzlich schon eher ein ordnungsliebender Mensch bist, der gerne spart und sammelt oder eben nicht.

Wie wichtig es dir überhaupt ist Ordnung zu halten, organisiert zu sein, sauber und strukturiert zu arbeiten, die hygienischen Verhältnisse, u.v.m. Liebst du Rituale, machst dir gerne Pläne und Listen? Liebst das Abhaken dabei?:)

Das  “Reiss Profile” gibt dir darüber Aufschluss und natürlich über Vieles mehr. Die verschiedenen Motive verstärken sich oder heben sich gegenseitig etwas auf in der Ausprägung. Eine ausführliche Analyse und genaueres Hinschauen durch einen zertifizierten Coach, ist deshalb angebracht.

Interessant ist auch zu sehen welche Rolle dabei unsere eigenen Eltern und Großeltern spielen, die mit oder nach dem Krieg noch eine ganz andere Erziehung und andere Umstände ertragen mussten. Die eher in Sparsamkeit und Knappheit groß wurden.

Welche Rolle auch Vorbilder und andere enge Bezugspersonen spielen und zu unseren heutigen Verhaltens- und Denkmustern beigetragen haben.

Erstaunlich jedenfalls, mit wie wenig Spielzeug unsere eigenen Eltern eigentlich zurecht kamen ohne Schaden davon zu nehmen. Oder doch?:)

Dagegen ertrinken unsere Kinder fast in Spielzeug, Bücher und sonstigen Reizen. Etwas davon entsorgen, weitergeben ist dennoch schwer wenn die Kinder dabei sind.

Mein Tipp dazu, mit den Kindern aussortieren was gerade nicht unbedingt gebraucht wird. Die Sachen erst mal weg räumen, eine Frist z.B. von 6 Monaten setzen und vereinbaren, dass die Sachen sonst gemeinsam weitergegeben werden.

Wohlgemerkt, nicht als Drohung sondern als Anreiz aktiv mitwirken zu können.

Oft kann man den Kleinen auch sehr gut schon klar machen, dass es auch andere Kinder gibt, die weniger besitzen und sich sehr darüber freuen würden.

Nächste Woche geht es weiter mit:

 

  • was kann ein guter Anreiz sein mal so richtig auszumisten? Schaffe dir dein Wohlfühl-Bild!
  • was sonst noch Chaos bringt :“Bestimmt können wir das irgendwann in Zukunft brauchen!”
  • wie schaffe ich es, dass sich zuviel ansammelt und dran zu bleiben? Tipps und Tricks! und
  • einem Buch Tipp der sehr gute Rezensionen bekommen hat 

 

Bleib also unbedingt dran. Es lohnt sich!

Lass es mich wissen, was dich zum Thema Ausmisten, Raum für Neues schaffen, loslassen interessiert. Schreib dazu einfach in den Kommentar. Ich freu mich!

Herzlichen Dank vorab.

 

Birgit, dein Feel-Good-Coach für “alles gut unter einen Hut”.